Es sei Ironie, dass Computerprogramme Dinge ganz einfach bewältigen können, mit denen wir Menschen uns abstrampeln, und umgekehrt Aufgaben, die für Menschen einfach zu erledigen sind, für Computer eine Hürde darstellen. So steht es auf dem offiziellen Google-Blog geschrieben.

Eine der größten Herausforderungen an künstliche Intelligenz, sei das Verstehen von Sprache. Google möchte sich dieser Herausforderung stellen und fängt mit dem Thema "Synonyme" an. Ein durchaus wichtiger Bereich, denn laut Google beeinflussen Synonyme 70 Prozent der Suche.

Nach langer Entwicklungszeit soll anscheinend bald - zumindest bei bestimmten Sprachen - ein zusätzlicher Algorithmus dafür sorgen, dass zu einem Suchbegriff auch Ergebnisse zu passenden Synonymen angezeigt werden. Erklärt wird das am Beispiel "pictures" und "photos".

photos and pictures

Sucht also jemand nach "pictures developed with coffee", so erkennt Google, dass auch eine Seite, die das Wort "photos" anstatt "pictures" enthält, ein relevantes Suchergebnis darstellt. Im Snippet sieht man, dass auch das Synonym als Treffer fett markiert wird. Allerdings wird nicht automatisch das Wort "photos" fett dargestellt, wenn nach "pictures" gesucht wird, denn hierbei wird immer die gesamte Suchphrase in Betracht gezogen.

Was einfach klingt, ist es aber nicht. Denn obwohl in den meisten Fällen "photos" und "pictures" synonym zu verwenden sind, gibt es Ausnahmen. Wenn jemand nach "history of motion pictures" sucht, macht ein Ergebnis zu "motion photos" keinen Sinn.
Als weiteres Problem nennt Google das Beispiel "GM", eine Abkürzung die viele "General Motors" zuordnen würden. Dass es jedoch über 20 weitere Bedeutungen von "Game Master" bis hin zu "GM University" hat, macht die Sache problematisch.

GM

In diesem Zusammenhang kommt auch das Thema Singular/Plural wieder auf. Denn für einen Computer sind sowohl "picture" und "pictures" so etwas wie Synonyme (hierbei wird also nicht der Wortstamm als solcher erkannt) als auch auch "pictures" und "photos".

Es muss sich noch einiges tun, bis eine Suchmaschine Treffer zu Synonymen zuverlässig anzeigen kann. Sprache ist ein viel zu komplexes Gebilde, als dass es sich so einfach in einen Algorithmus zwängen ließe. Dennoch sind die ersten Ergebnisse, die Google präsentiert recht beeindruckend:

dura ace track bb axle njs --> Google knows that "bb" here means "bottom bracket"
software update on bb color id --> "blackberry is bolded for "bb"
bb cream dark --> Google knows here that bb means "blemish balm"
southeastern usa bb fitness & figure --> "bodybuilding" is bolded for "bb"

Was hat das für uns zu bedeuten?
Zum Einen sollten wir ganz genau hingucken, was in den USA passiert, wenn es dort losgeht und "Synonym-Treffer" tatsächlich in die SERPs mit einfließen.
Zum Anderen könnte man sich schon einmal Gedanken machen, wie man seine eigenen Projekte und Inhalte an diese Entwicklung am besten anpasst. Matt Cutts hat dazu einen (wie immer) recht schwammigen Rat:

Think about the different words that searchers might use when looking for your content. Don’t just use technical terms–think about real-world terms and slang that users will type. For example, if you’re talking about a “usb drive,” some people might call it a flash drive or a thumb drive. Bear in mind the terms that people will type and think about synonyms that can fit naturally into your content. Don’t stuff an article with keywords or make it awkward, but if you can incorporate different ways of talking about a subject in a natural way, that can help users.

Soll heißen, überlege dir passende Synonyme und Suchanfragen und baue sie in deine Inhalte ein, sofern sie dann immer noch "natürlich" aussehen. Naja, ich denke, dass man nicht mit Synonym-Keyword-Stuffing anfängt, versteht sich von selbst.
Interessant wird jedoch, was mit Inhalten passiert, die speziell auf Synonyme optimiert wurden. Für mich ist diese Entwicklung in jedem Fall mehr als beobachtungswürdig und eins der Topthemen 2010.