Es war nur eine Frage der Zeit, bis die klassische Suche mit Empfehlungen und Facebook-Likes aus dem so genannten "Open Graph" der Nutzer zusammen wächst. Wie gestern auf dem offiziellen Facebook-Blog bekannt gegeben wurde, gibt es eine neue Kooperation ("Instant Personalization") zwischen Microsoft's Suchmaschine Bing und Facebook, die darauf ausgerichtet ist, die Bing-Suche mit Empfehlungen und "Likes" von Facebook-Nutzern zusammen zu bringen.
Konkret bedeutet das: Bing zeigt neben einzelnen Treffern in den Suchergebnissen Profilbilder und Namen von Facebook-Freunden an, die auf der jeweiligen Zielseite auf den "Gefällt mir"-Button geklickt haben.

Und es geht noch weiter. Auch die Personensuche wird dank der Bing-Facebook-Kooperation "sozialer". Wer also bei Bing nach "Matthew Kim" sucht, erhält zunächst einer Auswahl an Personen mit diesem Namen, die in irgendeiner Weise mit einem auf Facebook in Verbindung stehen, z.B. durch gemeinsame Kontakte.

Bing nennt das Ganze "Bring Your Friends: Search More Social". Auf discoverbing.com erfährt man mehr über die Facebook Profile Search, die Liked Results und auch wie man das Feature abschalten kann.
Instant Personalization
Die neue Funktion wird vorerst nur in der US-Version von Bing verfügbar sein und somit für den deutschsprachigen Raum zunächst keine weitere Bedeutung haben. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das so genannte Instant-Personalization-Programm (auf deutsch etwas sperrig "Umgehende Personalisierung" genannt) auf dem auch das neue Bing-Feature basiert.
Ausgewählte Partnerseiten wie eben Bing, aber auch Pandora oder Yelp, zeigen den Nutzern auch ohne vorherige Authorisierung Inhalte auf Basis ihrer Facebook-Aktivitäten und Kontakte an. Wer also bei Facebook eingeloggt ist und eine Partnerseite besucht, ist automatisch Teil der Instant Personalization. Die neue und groß angekündigte Kooperation mit Bing lässt keinen Zweifel daran, dass Facebook das umstrittene Feature weiter voran treibt und sich seinen Partner weiterhin großzügig öffnet.
Was wird Google tun?
Google ist durch den Facebook-Bing-Deal unter Druck. Die Microsoft-Suchmaschine Bing hat nun etwas, was Google zumindest bisher verwehrt bleibt. Die Zusammenarbeit mit Microsoft wäre jedoch nicht exklusiv, das betonte Mark Zuckerberg. Doch ob Google nachzieht ist nicht sicher. Vielleicht wartet man auch erst einmal ab, ob wie das "soziale Suchen" bei den Nutzern ankommt.
Insgesamt zeigt sich jedoch, dass Social Search immer wichtiger wird und somit die Disziplinen SEO und SMO weiter zusammen wachsen. Echtzeitsuche, Facebook-Updates und Tweets in den Suchergebnissen waren nur der Anfang. Jetzt zeigt sich, wozu Facebook's Open Graph da ist und was für eine Macht der kleine "Gefällt mir"-Button tatsächlich haben kann. Suchmaschinen-Algorithmen und soziale Empfehlungen verschmelzen zu personalisierten Suchergebnissen. Wie diese Entwicklung weiter geht, ist wirklich spannend. Sowohl für Online Marketer, SEOs und auch die Nutzer "da draußen".

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